Meneor l?sst sich von Harts Ruf nicht beeindrucken und trennt mit einem sauberen Schnitt dessen entsetzten Kopf vom Rumpf.
Szeneanfang:
Iris spricht in Caesars Büro über den Kommunikator mit ihrem ehemaligen Chef bei den Natural News, der sie schon einmal verraten hat. Iris, grimmig: "H?r zu, du verdammter hinterh?ltiger Bastard! Ich bekomme die Nachrichten zur besten Sendezeit ..."
Kommunikator: "Das kann ich nicht machen, Iris. Du weisst ganz genau ..."
Iris, wie oben: "Ich habe hier ein Reagenzglas mit einem Virus, das mir die Genvilles gebastelt haben. Wenn ich es fallen lasse, wird die gesamte Bev?lkerung von Natural City in wenigen Tagen verrecken. Entweder bekomme ich die Sendezeit oder die Stadt stirbt."
Kommunikator: "Hahaha, aber Iris, was erz?hlst du da? Damit solltest du nicht spassen."
Iris, finster: "Es ist mir Tod ernst. Und damit du es zuerst spürst, werde ich das Virus gegen die Eingangstür des Senders werfen."
Kommunikator: "Aber Iris, du warst doch immer ein vernünftiges M?dchen. Muss ich jetzt an deinem Verstand zweifeln? Sag mir lieber, warum du Sendezeit willst. Das interessiert mich mehr als deine Kinderschreckgeschichten."
Iris, ernst: "Ich habe eine Sensation. Das wird alle umhauen."
Kommunikator: "Dann hau mich um!"
Iris, kühl: "Ich zeigs dir ... wenn du mich rein l?sst."
Kommunikator: "*seufz* Also gut. Ein Sturkopf wie du l?sst sich ja sowieso nicht von seinem Vorhaben abbringen, haha."
Szeneanfang:
Piri und Meneor, immer noch verkleidet, begleiten Iris und Ewald. Sie n?hern sich dem Eingang des Senders, der von zwei Guards bewacht wird. Piri tr?gt Harts Kopf, den sie in eine Uniformjacke der Guards gewickelt hat.
Wie sie auf die beiden Wachguards zugehen, schliesst Meneor die Augen, um zu prüfen, ob die Guards schiessen werden.
Meneors Feldsinn zeigt das Geb?ude und die K?rper der Guards, als w?ren sie mit ihrem Innenleben aus Glas. Ein Guard denkt: 'Da kommen sie.' Der andere Guard denkt: 'Die kenne ich, aber die andern sind merkwürdig.'
Meneors Feldsinn zeigt, wie die Tür sich automatisch ?ffnet ...
... und im Eingangsbereich die n?chsten beiden Wachguards stehen, von denen der eine denkt: 'Meine Füsse schmerzen ... Tr?gt die da eine Bombe ...?' Der andere Guard denkt: 'Geiler Hintern ...'
Im Büro von Iris' vierzigj?hrigem Ex-Chef legt Piri den Uniformrock auf dessen Pult ...
... und schl?gt den Stoff zur Seite, sodass Harts Kopf sichtbar wird. Der Chef ist zuerst überrascht-erschrocken ...
... und sagt mit gequ?ltem L?cheln: "Was soll die Farce? Der ist doch nicht echt."
Dem Chef wird die Situation zunehmend unbehaglich und sein nerv?ser Blick bleibt an dem etwas abseits stehenden Ewald h?ngen, der mit grossen Augen die Szene beobachtet. Chef, nerv?s: "Und warum starrst du so bekloppt? Stimmt was nicht mit dir?"
Iris erl?utert: "Ewald filmt. Er ist schliesslich Kameramann."
Der Chef bekommt Angst und denkt: 'Die sind v?llig übergeschnappt! Was soll ich bloss tun?'
Iris, bestimmt: "Krieg ich jetzt die Sendezeit?"
Obwohl ihn die Angst schwitzen l?sst, versucht der Chef, mit den H?nden gestikulierend, den Souver?nen zu mimen: "Ich kann dich doch nicht mit einem Wachskopf in meiner besten Nachrichtensendung Schindluder treiben lassen. Das geht keine fünf Minuten und ich werde verhaftet und erschossen."
Iris, kühl: "Wenn dir dein Leben so wichtig ist, solltest du alles für die Sendung vorbereiten ..."
Iris, auf Meneor und Piri weisend: "Das sind die Chromos 4 Genvilles Meneor und Piri, die du von meinen Beitr?gen ja bestens kennst, und sie werden nicht z?gern, dir auch den Kopf abzuschneiden, wenn du jetzt nicht vorw?rts machst."
Der Chef starrt entsetzt und ungl?ubig auf Meneor und Piri und ruft: "Bist du wahnsinnig?!"
Der Chef verliert die Beherrschung, reisst eine Pultschublade auf ...
... und greift nach einem Revolver. Aus dem Off kommt ein Messer mit einen "Sirr"-Ger?usch geflogen, bohrt sich durch die Pultplatte und halbiert den Revolver, sodass die Patronen nicht angeschnitten werden (Explosionsgefahr).
Geschockt starrt der Chef auf die nutzlose H?lfte seines Revolvers, die er nun in der Hand h?lt.
Iris fixiert den Chef mit klarem, kühlem Blick: "Kopf ab oder Sendung?"
Der Chef wendet sich zum Gehen, um die Sendung zu veranlassen, und sagt etwas j?mmerlich: "Das ist das Ende."
Iris kommentiert ernst: "Nein, der Anfang."
Iris steht auf dem Set der Natural News und beaufsichtigt zwei Handwerker, die an der Rückwand ein langes, waagrechtes Ablagebrett für Harts Kopf montieren.
Die Natural News sind auf Sendung. Iris steht vor dem Brett, auf dem nun Harts Kopf liegt und spricht professionell wie immer in die Kamera: "Guten Abend, liebe Natürliche von Natural City. Ich bin Iris, ehemals Natural, nun Genville News. Wie Sie sehen, ist Kommandant Hart tot und ich m?chte Ihnen die Gründe dafür erl?utern. Hans Hart war ein Diktator, der vor keiner Grausamkeit zurück schreckte, um einerseits seine Wahnideen zu verwirklichen und anderseits seine Macht zu erhalten. Da die Bev?lkerung von Natural City nicht in der Lage war, sich von dem Tyrannen zu befreien, habe ich den allseits bekannten Krieger Meneor und seine Genville-Freundin Piri gebeten, mir den Kopf des Schreckensherrschers zu bringen. Er wird nun als Mahnmal in jeder Sendung der Natural News zu sehen sein. Als Mahnmal wofür? Nun weder ich noch die Genvilles wollen Natural City beherrschen. Sie, die Bev?lkerung von Natural City, sollen Ihre Regierung selber bestimmen. Sollte aber eine Macht habende Person auf die Idee kommen, Leid, Grausamkeit und Verderben zu s?en, wird Genville ihr den Kopf abschlagen und ihn auf dieses Brett in meinem Rücken stellen. Wenn Gewalt das einzige Mittel ist, welches die Natürlichen verstehen, dann soll diese Gewalt nicht die Schwachen treffen, sondern jene M?chtigen, die sie für ihre Zwecke missbrauchen. Die Regierungsgewalt wird in Zukunft nur noch dafür eingesetzt werden, die Bev?lkerung vor Gewalt zu beschützen. Sollte die Regierung dies vergessen, wird Genville die Bev?lkerung vor der Gewalt der Regierung beschützen. Tyrannei ist eine Quelle des Schmerzes. Genville wird diese Quelle zum Versiegen bringen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Geniessen Sie, frei von Angst, Ihr neues Leben!"
Wie Iris das Set verl?sst, stürzt der Chef auf sie zu und sagt ausser sich vor Furcht: "Du bist wahnsinnig! Die Guards werden jeden Augenblick das Sendegeb?ude stürmen und uns alle erschiessen."
Die Studioangestellten sind entsetzt.
Iris weist auf Meneor und Piri, die gelassen neben dem Set stehen und sagt mit geringsch?tzigem L?cheln zum Chef: "Der gr?sste Krieger der Welt und seine Freundin beschützen uns. Also sei nicht so ein Furchtibert!"
Chef beharrt: "Die k?nnen doch nicht gegen eine ganze Armee ..."
Iris unterbricht entschieden: "Glaubst du wirklich, dieser kopflose Haufen von Natural Guards sei jetzt zu einer koordinierten Handlung f?hig?"
Chef z?gert: "Und wenn sie sich einen neuen Kopf suchen?"
Iris, geringsch?tzig: "Dann holen wir uns den eben auch."
Der Chef beharrt: "Aber die Leute haben keine Ahnung, wie sie sich verhalten sollen. Ohne Führung entsteht ein Machtvakuum, das unweigerlich ins Chaos führt."
Iris denkt nach, ...
... bis sich ihre Miene aufhellt und sie, auf das Nachrichtenstudio weisend, sagt: "Dann sag du ihnen doch, wo's lang geht. Hier ist alles, was du brauchst."
Iris, im Weggehen, trocken lachend: "Aber pass auf! Deinen Kopf wollte ich schon lange als Souvenir haben."
Auf das Nachrichtenset stürmend, murmelt der Chef: "Undankbare Kuh."
Auf dem Set reisst er sich zusammen und befiehlt: "Geht auf Sendung!"
Chef, auf einem Stadtbildschirm: "Liebe Bürgerinnen und Bürger von Natural City. Wir k?nnen Sie alle über unseren Sender erreichen, weshalb wir nun mit einer Sondersendung beginnen, deren Zweck es ist, die demokratische, rechtsstaatliche Ordnung wieder herzustellen, welche wir unter unserem gesch?tzten Stadtpr?sidenten Martin Eck geniessen durften. Ich bitte alle Natural Guards, keinerlei Grausamkeiten mehr zu begehen und nur noch mit polizeilichen Massnahmen für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu sorgen. Ich bitte die Bev?lkerung, alle von nun an stattfindenden übergriffe der Natural Guards unserem Sender zu melden. Die fehlbaren Guards werden sich vor unabh?ngigen Gerichten verantworten müssen, sobald diese wieder eingerichtet sind. Wir werden die Stadt in Quartiere einteilen. Jedes Quartier wird seine Abgeordneten w?hlen, die sich in einer Delegiertenversammlung zusammen finden werden. Diese Delegiertenversammlung wird als provisorisches Parlament die demokratische Ordnung wieder installieren. Bitte bewahren Sie alle in dieser unsicheren übergangszeit einen kühlen Kopf. Die Natural Guard wird Ausschreitungen, Plünderungen und Gewaltakte jeder Art verhindern. Auch die Offiziere der Natural Guard bitte ich um Besonnenheit. Bedenken Sie, dass die Genmon... die Genvilles jeden Versuch, die Macht an sich zu reissen, verhindern werden ..."
Am Rand des Aufnahmestudios beobachten Iris, Ewald, Piri und Meneor die Rede des Chefs. Iris meint anerkennend: "Jetzt ist er in seinem Element, dieser kleine, machtgeile Bock."
Held verfolgt die Natural News auf einem Bildschirm in Caesars Büro und denkt mit s?uerlichem L?cheln: 'Damit sind meine Chancen auf die Herrschaft über Natural City wohl endgültig zerschlagen ... Diese Iris ist ein unheimliches Weib ...'
Szeneanfang:
In je einer Atmosph?renkugel rennen Giftstrauss und Pferdchen über den Mars. Faselbert sitzt auf Giftstrauss, Hopp auf Pferdchen. Pferdchen motzt: "Dauert das noch lange, Faselbert?"
Stumm zeigt Faselbert nach vorn, ...
... wo sich ein gewaltiger, vulkanf?rmiger Berg erhebt. Aus der Distanz wirken die unz?hligen Atmosph?renkugeln, die den Berg hinabrollen winzig. Faselbert kommentiert: "Sie haben heraus gefunden, dass die Atmosph?renkugel sich unter ihnen durchdreht, wenn sie sitzend einen Abhang hinab rollen. Das erlaubt hohe Geschwindigkeiten, wenn der Abhang entsprechend steil ist."
Beim N?herkommen sehen sie, dass die Mars-Genville-Leute sich ganz verzückt in der Ebene ausrollen lassen und unverzüglich kehrt machen, um den Berg wieder zu erklimmen. Faselbert kommentiert: "Sie nennen es Herzrasen, weil die rasende und gef?hrliche Abfahrt ihnen das Herz fast aus der Brust springen l?sst. Offensichtlich geraten sie in einen Geschwindigkeitsrausch, der die Reste von Vernunft aus ihrem Hirn vertreibt. Viele h?ren erst auf, wenn sie vor Ersch?pfung umfallen."
Giftstrauss: "Das kommt dabei heraus, wenn Natürliche forschen?"
Pferdchen, kritisch: "Natürliche sind ... langweilig."
Faselbert verteidigt die Natürlichen: "Seid nicht so streng. Die grossen Geister sind eben selten unter den Natürlichen. So gibt es ja auch nur einen *r?usper* namhaften Künstler in Mars-Genville."
Giftstrauss: "Kann Ambellmi nicht alle zu 'grossen Geistern' machen?"
Faselbert wehrt ab: "Nein, das w?re verfrüht. Ambellmi hat gute Arbeit geleistet. Es gibt keine Gewalttaten mehr. Die Leute sind nett zu einander und alle geniessen den Frieden. So viel Geborgenheit gab es noch nie unter Natürlichen. Wir sollten warten, bis die Leute von selber den Wunsch in sich verspüren, die Welt besser zu verstehen, und Ambellmi bitten, ihnen das entsprechende Rüstzeug zu verschaffen."
Pferdchen: "Warum?"
Faselbert ist von der Wucht dieser einfachen Frage etwas überrascht und sucht nach Worten: "?hm ... eben ... ?hm ..."
Faselbert findet wieder Boden: "Es ist bloss ein Gefühl, das mich davor warnt, viele ?nderungen in allzu kurzer Zeit zu realisieren. Ich würde es vorziehen, mich von einem stabilen Zustand zum n?chsten vor zu tasten."
Pferdchen lenkt ein: "Ja ..."
Pferdchen rennt auf den Berg zu und ruft lachend: "Aber jetzt will ich auch Herzrasen!"
Giftstrauss folgt mit dem etwas ?ngstlichen Faselbert.
Sehr zur Verblüffung der ebenfalls auf steigenden Natürlichen erklimmen die Kampforganismen den Berg so schnell, als ob er flach w?re.
Oben angekommen, setzen sich die Kampforganismen auf den Kugelboden, ...
... sodass die Atmosph?renkugel nun um sie herumdreht.
Wie sie an Fahrt gewinnen, klammert Faselbert sich mit geschlossenen Augen angstvoll an Giftstrauss' Hals, w?hrend Hopp sich mit leuchtenden Augen an Pferdchens Hals festh?lt.
Das Tempo steigert sich rasant und Hopp jubelt begeistert: "Juhuuu!"
Pferdchen und Giftstrauss geniessen die Abfahrt auf ihre Weise und drücken ihren Spass mit lautem Lachen aus. Nur Faselbert wünscht sich, v?llig verkrampft, m?glichst schnell aus dieser Situation.
Und weil Faselbert sich mehr auf seine Angst als auf die Erfordernisse der Abfahrt konzentriert, rutscht er etwas seitlich von Gifstrauss' Rücken, ...
... sodass die Kugel durch die Gewichtsverlagerung die Richtung ?ndert, ...
... die sichere Abfahrtspur verl?sst ...
... und zum Entsetzen der Natürlichen auf eine Felsennase zu steuert, ...
... über welche die Kugel hinaus schiesst wie bei einer Sprungschanze, ...
... sodass gute dreissig Meter unter ihr sich nur Luft befindet. Dem vermeintlich sicheren Tod ins Auge blickend, entringt sich Faselberts Kehle ein panisches "Aaahhh!!!".
Mit einer kurzen Bewegung seines Halses bef?rdert Giftstrauss Faselbert wieder sicher auf seinen Rücken, ...
... steht auf und konzentriert sich auf den mit grossen Felsen bestückten Aufschlagsort, der ein sanftes Weiterrollen verunm?glicht.
Wie sie auf einem Felsblock landen, l?sst Giftstrauss seine Beine so tief einfedern, dass sein Bauch fast den Kugelboden berührt, ...
... nur um sich gleich wieder abzustossen ...
... und in weitem Bogen auf dem n?chsten Felsbrocken zu landen.
Der n?chste Sprung bringt sie zurück auf die Abfahrtsstrecke, ...
... wo Giftstrauss sich mit dem schlotternden Faselbert hinkauert und die Abfahrt wieder aufnimmt, als w?re nichts geschehen.
In der Zielebene der rasenden Fahrt haben Dutzende von Natürlichen ihre Atmosph?renkugeln vereinigt, wie Giftstrauss zu ihnen st?sst. Auch Pferdchen und Hopp sind da. Mit Applaus und begeisterten Bravo-Rufen feiern sie Giftstrauss.
Wie Faselbert den Jubel mitbekommt, traut er sich, die Augen zu ?ffnen ...
... und reisst sich angesichts des Publikums sofort zusammen, steigt von Giftstrauss, ...
... verbeugt sich, als g?lte der Ruhm ihm, ...
... und sagt mit dem in die Ferne gerichteten Blick des Philosophen: "Gefahr ist eine Quelle der Inspiration. Bedenket dies, wenn ihr demn?chst staunend vor meinem Kunstwerk verweilt."
Gutmütig applaudieren und lachen die Leute, w?hrend sie rufen: "Hoch lebe Faselbert der Unsterbliche!"
Mit seufzendem L?cheln ertr?gt Faselbert den leichten Spott und denkt: 'Spottet nur, ihr habt ja recht. Giftstrauss ist der wahre Held.'
Szeneanfang:
Es ist Tag in Genville. Ili schwimmt im Weiher.
Antara n?hert sich dem Weiher ...
... und verweilt einen Augenblick mit feinem L?cheln, um das friedliche Bild zu geniessen.
Antara, wie oben: "Auch wenn mein Fuss noch so sanft das Erde berührt, du hast mich bestimmt erkannt, Ili."
Ili wendet sich Antara zu und sagt fr?hlich: "Ich kann Leute am Gang ebenso gut erkennen wie an dem Stimme."
Antara, wie oben: "Das Wolkenblume ist fertig. M?chtest du es mit mir pflanzen?"
Ili, mit kindlicher Begeisterung: "Ich komme!"
Wie Ili aus dem Wasser steigt, glitzern die Tropfen in der Sonne, als w?re sie reichlich mit Schmuck behangen.
Die beiden Frauen betreten die freie Wüste, wo keine Krone von Estragons B?umen die Sicht auf den Himmel einschr?nkt.
Antara kniet sich hin und gr?bt mit der Hand ein etwa fünfzig Zentimeter tiefes, schmales Loch, ...
... in welches sie eine Samenkapsel fallen l?sst.
Antara schaufelt das Loch mit beiden H?nden zu und schliesst dann mit gesenktem Kopf die Augen. Antara: "Ich frage das Pilzwesen, ob es uns Wasser gibt, viel Wasser."
Beide Frauen sind etwas zurück getreten, wie Tentakel des Pilzwesens um die Pflanzstelle hochschiessen ...
... und sich zu kniehohen Rutschbahnen formen, ...
... über die alsbald Wasser pl?tschert, welches an der Pflanzstelle versickert.
Sekunden sp?ter schl?ngelt sich der nackte Stil der Wolkenblume aus dem Boden, ...
... dessen oberes Ende sich kugelf?rmig auszustülpen beginnt ...
... zu einem Gebilde, das gleichzeitig an eine Qualle, einen Schwamm und eine Pusteblume erinnert. Antara kommentiert: "Das Kopf des Wolkenblume füllt sich mit Helium und tr?gt sich selber wie ein Ballon nach oben. Dadurch muss das St?ngel kein Stützfunktion übernehmen und kann sein Kraft fürs Wasserpumpen verwenden."
Fasziniert schaut Ili zu, wie der Kopf der Wolkenblume immer gr?sser wird, der St?ngel empor w?chst und dicker wird.
Wie die Blume einige Meter gewachsen ist, ziehen sich die Wasserrutschen des Pilzwesens etwas zurück und verdoppeln ihre Gr?sse, um den erh?hten Wasserbedarf zu decken.
Bald ist die Blume hundert Meter hoch, w?hrend die Wasserrutschen an die drei Meter messen.
Vor den staunenden Augen Ilis w?chst die Blume einen Kilometer hoch und hat mit ihrem Kopf fast die Dimensionen einer Wolke angenommen. Die Rutschen haben sich auf eindrucksvolle dreissig Meter vergr?ssert und liefern rauschende Sturzb?che.
Nun beginnt sich der meterdicke St?ngel unten einzuschnüren. Die enge Stelle wandert nach oben und drückt so Wasser in den Blumenkopf.
Kaum hat sich der St?ngel unten etliche Meter mit Wasser gefüllt, erfolgt die n?chste Einschnürung, ...
... bis der Kilometer hohe St?ngel aussieht wie eine Reihe aneinander geh?ngter Würste.
Durch feinste ?ffnungen im Blumenkopf wird das Wasser in die Luft gesprüht, sodass sich ein feiner Nebel bildet, ...
... der sich zusehends zu einer Wolke verdichtet.
Vor Ilis staunenden Augen verschwindet der Kopf der Wolkenblume in einer sich ausbreitenden Wolkenbank, ...
... die dunkler und schwerer wird, ...
... bis sie wie ein gewaltiges Raumschiff drohend am Himmel h?ngt.
In Genville bemerken auch die andern die ungewohnte Verdunkelung.
Erste schwere Regentropfen l?sen sich aus der Wolke und einer klatscht der verblüfften Ili ins Gesicht.
Ili wendet sich Antara zu, die fasziniert die Wolke beobachtet, und sagt mit kindlichem Staunen: "Das Wolke weint."
W?hrend die schweren Tropfen um die beiden Frauen herum einschlagen und kleine Staubwolken erzeugen auf dem Boden, der so trocken ist wie Asche, sagt Antara, abwesend vor Faszination: "Ich glaube, das nennt sich Regen."
Ganz ohne Scheu vor dem Wasser stehen auch die anderen Genvilles in dem immer st?rker fallenden Regen und lassen sich in stillem Entzücken durch n?ssen.
W?hrend Antara unter dem sie schützenden Schleier trocken bleibt, ist Ili wieder v?llig nass, was sie lachend mit ausgebreiteten Armen geniesst.
In schwermütige Gedanken versunken, schaut Myrta aus der Gondel des Luftfisches hinab in die Wüste.
Doi schaut Myrta prüfend an und sagt: "Gibt es kein L?cheln heute?"
Myrta wendet sich Doi zu und sagt ernst: "Es f?llt mir schwer zu l?cheln. überall, wo wir hin geflogen sind, war nur Tod und Wüste."
Doi: "Lass das Schwere fallen und du bist leicht."
Mit traurigem L?cheln schüttelt Myrta den Kopf: "Das geht nicht so leicht, liebstes Doi. Das Menschheit ist am Ende. Wie soll ich das vergessen?"
Doi: "Das Menschheit ist gegessen. Das ist gut. Sie haben viel zu wenig L?cheln."
Myrta betrachtet Doi mit einem langen, nachdenklichen Blick ...
... und sagt dann: "Auch wenn du keine Gefühle hast, sagst du manchmal Dinge von grossem Weisheit."
Doi zeigt zum Horizont: "Das ist auch gross."
Myrta schaut in die angegebene Richtung und ihre Augen werden gross vor Staunen.
Das Schauspiel der riesigen, aus regnenden Wolke am Rand von Estragons gigantischem Wald ist Atem beraubend.
Im Geprassel der schweren Tropfen führt der Luftfisch seine Passagiergondel so nahe an den Baumpfad, dass Caesar, Myrta und Doi bequem aussteigen k?nnen.
W?hrend die drei die Baumtreppe hinab steigen, gewinnt der Luftfisch an H?he, ...
... bis er die Krone von Estragons Baum erreicht, wo er sich von den Bl?ttern ern?hrt.
Als erste begegnen die Neuank?mmlinge Aladan und Estragon. Aladan spottet: "Aha, da kommt ja unser kleines, herrschbedürftiges Caesar. Wie wir den Reportagen von Iris entnehmen, hat es mit dem Krone von Natural City nicht klappen wollen, sodass dein C?sarentraum wohl in Genville letztes Nahrung zu finden hofft."
Caesar, mit dem L?cheln dessen, der seinen Fehler einsieht: "Spotte nur! Ich habs verdient. Doch weiss ich jetzt, dass ein Krone nicht mehr wert ist als ein Kackpot."
Estragon strahlt Myrta an und sagt: "Was du mit bringst, l?sst mich hoffen, dass das Zukunft noch sch?ner wird."
Myrta muss lachen über das Kompliment: "Eben war ich noch traurig über das Untergang des Menschheit. Aber wie es scheint, hat Trauer in Genville ein kurzes Halbwertszeit."
Lara, Hisch und Wagon stürmen lachend herbei und rufen im Chor: "Juhuuu, Caesar, hast du es nicht mehr ohne uns ausgehalten?!"
Die drei Schwestern heben den etwas von der stürmischen Begrüssung überraschten auf ihre Schultern ...
... und tragen ihn im Triumphzug Richtung Weiher, wobei sie rufen: "Unser Kaiser! Unser Kaiser ..."
Caesar denkt mit s?uerlichem L?cheln: 'Klar, was jetzt kommt.'
Die Schwestern werfen Caesar in hohem Bogen in die Luft und rufen dabei: "... lebe hoooch!"
Lachend entledigen sich die Schwestern ihrer Kleider und hüpfen und springen zu Caesar in den Weiher.
Inmitten der ausgelassenen Schwestern, die ihn umschwimmen und bespritzen, muss auch Caesar l?cheln.
Myrta, Doi, Estragon und Aladan schlendern ans Weiherufer. Myrta prustet mit einem "Pfrrrt" vor Lachen: "Dieses unverkrampfte Umgang mit einem gekr?nten Haupt habe ich noch nie erlebt."
Myrta, etwas nachdenklicher: "Allerdings, wenn sich Miss World in dreifachem Ausführung um Caesar kümmert, bin ich bei ihm wohl weg vom Fenster."
Erstaunt registriert Myrta, wie Estragon ihre Hand ergreift und denkt err?tend: 'Ui, das geht aber ran.'
Sie h?rt Estragon sagen: "Wie w?rs dann mit uns ..."
Aladan nimmt Myrtas andere Hand und beendet den Satz: "... dreien?"
Der Doppelantrag trifft Myrta so unvorbereitet, dass sie tief err?tet vor sich hin schaut und denkt: 'Zwei mal Mister World für ein Mauerblümchen wie mich ... Wenn das kein Traum ist, werde ich mein Massagestab wohl nicht mehr brauchen.'
Um von ihrer Verwirrung etwas abzulenken, witzelt Myrta: "?hm, wie entsorgt ihr in Genville Batterien?"
Aladan und Estragon sind erstaunt über diese seltsame Frage.
Estragon antwortet aber ernsthaft: "Wir k?nnen dir ein Nutzwesen bauen, das Gifte in harmlose Verbindungen umwandelt."
Myrta ist überrascht, dass sie ernst genommen wird ...
... und denkt: 'Für die andern war ich immer etwas seltsam. Aber die nehmen mich ja ernst. Seltsam sein ist hier wohl normal.'
Myrta denkt gerührt: 'Das ist ... grossartig!'
Ein gel?stes L?cheln breitet sich auf Myrtas Gesicht aus und sie sagt, mehr zu sich: "Danke."
Estragon und Aladan beugen sich gleichzeitig etwas nach vorn, um jeweils den anderen prüfend anzuschauen. Aladan: "Hast du etwas getan, das dieses Dankeswort verdient, gesch?tztes Estragon?"
Estragon: "Nicht, dass ich wüsste, verehrtes Aladan."
Zum Erstaunen von Aladan und Estragon muss Myrta herzlich lachen.
Doi steht etwas daneben, sodass er sowohl die fr?hliche Wasserschlacht als auch die lachende Myrta sehen kann, und kommentiert: "Genville ist gut. Hier gibt es gutes L?cheln."
Szeneanfang:
Herr Ritsch, der wieder ein bisschen jünger aussieht, hat Schutz vor dem Regen unter einem Balkon, Vordach oder etwas ?hnlichem gesucht und schimpft in Gedanken: 'In dieser steinzeitlichen Anstalt für hochgradig übergeschnappte gibt es nicht mal einen Regenschirm.'
Furcht und Verblüffung mischen sich in Ritschs Gesicht, wie er den riesigen Luftfisch bemerkt, der sich, ges?ttigt von Estragons Baumbl?ttern, gem?chlich über Genville bewegt.
Ritsch denkt Stirn runzelnd: 'Unglaublich, welche Monstrosit?ten hierher verfrachtet werden. Das kann nicht gut gehen. Früher oder sp?ter gibt es hier ein Massaker ...'
Aus dem Augenwinkel sieht Ritsch den sich langsam n?hernden Endo, der fasziniert den Luftfisch betrachtet und sich gelassen vom heftigen Regen durch n?ssen l?sst.
Ritsch beobachtet prüfend Endo und denkt: 'Dieser verschlossene Merkwürdling hat keine Angst. Ist es ihm egal, wenn er stirbt, oder ...?'
Ritsch spricht Endo mit gezwungenem L?cheln an: "?hm, dieses Monster ... Ob es gef?hrlich ist?"
Endo schaut Ritsch mit seinem nachdenklichen Blick an und erwidert: "Luftfisch ist ein Luftschiff. Du kannst mit ihm reisen, Herr Ritsch."
Ritsch staunt: "Ich k?nnte damit also nach Natural City gelangen?"
Endo, nüchtern: "Ja, aber sie werden dich abschiessen, sobald sie dich sehen."
Ritsch scheint den letzten Satz nicht zu beachten. In seinem Hirn arbeitet es, wie er fragt: "Und kann dieses Luftdings auch Lasten tragen?"
Endo: "Ich weiss es nicht. Aber du kannst es ja fragen."
Ritsch h?lt dies für einen Scherz und lacht, ...
... verstummt aber befremdet, wie Endo nicht mitlacht, und denkt: 'Der meint das ernst!'
Ritsch ruft ver?rgert: "Aber ich habe keinen Regenschirm! Gibt es hier keine Regenschirme?"
Endo, gelassen: "Es ist warm, das Regen erfrischt und unser lebendes Kleidung h?lt uns trocken."
Ritsch denkt indigniert: 'Dieses Zurück-zur-Natur-Gehabe ist einfach widerlich.'
... gibt sich einen Ruck, tritt aus seinem Unterstand und denkt: 'Aber ein paar Regentropfen werden mich nicht davon abhalten, hier weg zu kommen.'
Zügig marschiert Ritsch auf Luftfisch zu und denkt: 'Wie nannte er diesen Luftsack ...?'
Wie Ritsch Luftfisch einholt, legt er seinen Kopf in den Nacken und ruft hoch: "?hm ... Luftfisch?!"
Mit majest?tischer Gem?chlichkeit wendet der Gigant seine Aufmerksamkeit Ritsch zu, der etwas verunsichert dasteht.
Ritsch ruft: "Kannst du mich nach Natural City bringen?"
Eine freie Stelle suchend, wo er landen kann, ohne etwas zu zerdrücken, bewegt sich Luftfisch weg.
Ritsch, der diese Absicht nicht durchschaut, rennt ihm nach und ruft emp?rt: "He, ich habe dich etwas gefragt!"
Luftfisch findet einen Platz zum Landen und setzt seine Passagiergondel auf den Boden, damit Ritsch einsteigen kann.
Stirn runzelnd beobachtet Ritsch dieses Man?ver, ...
... überwindet seine Furcht und betritt die Gondel.
Sogleich gewinnt Luftfisch an H?he. Ritsch: "Kannst du auch Lasten tragen?"
Als Antwort f?hrt Luftfisch seilartige Tentakel nach unten aus, die er hinab h?ngen l?sst. Ritsch schaut über die Brüstung nach unten und sagt erfreut: "Ausgezeichnet."
Ritsch zeigt in Richtung der Diamantpyramide der Grossdois und sagt lachend: "Dann flieg mal in diese Richtung. Wir werden noch etwas Gep?ck mit nehmen, hahaha."
Aus der Ferne ist zu sehen, wie Luftfisch über der Diamantpyramide schwebt und mit seinen Tentakeln nach einem Diamantwürfel greift.
Luftfisch bewegt sich zügig mit dem unter ihm h?ngenden Diamantwürfel über die offene Wüste in Richtung Natural City.
Erst in der Nacht taucht Natural City am Horizont auf. Da es schon sp?t ist, spendet vor allem die Strassenbeleuchtung etwas Licht und die Stadt wirkt schlafend.
Ritsch schaut auf die n?her kommende Stadt und erinnert sich Stirn runzelnd an Endos Worte: '... Sie werden dich abschiessen, sobald sie dich sehen ...'
Ritsch bemerkt die Wachtürme mit den Mikrowellenkanonen, die nur auf den Schutzmauern des Gartens stehen, der jenseits des S?uregrabens in der Wüste angelegt wurde, und sagt: "Komm diesen Türmen nicht zu nahe! N?here dich der Stadt von der gegenüber liegenden Seite!"
Luftfisch ?ndert den Kurs und auf der anderen Seite der Stadt finden sie ein menschenleeres Industriegel?nde mit grossen Man?vrierfl?chen für den Warenumschlag.
Luftfisch befindet sich so hoch über dem Man?vrierplatz, dass der Diamantwürfel gute hundert Meter über dem Boden h?ngt. Ritsch befiehlt: "Lass den Würfel jetzt fallen!"
Luftfisch zieht seine Tentakel ein und der Würfel saust hinab, ...
... schl?gt mit trockenem "Toc" auf dem harten Betonboden auf ...
... und zersplittert in handliche faust- bis kopfgrosse Stücke.
Ritsch schaut nach unten und ist sehr befriedigt von dem Ergebnis: "Ausgezeichnet! Jetzt lande!"
Kaum berührt die Passagiergondel den Boden, springt Ritsch hinaus ...
... und betrachtet mit gl?nzenden Augen den mit riesigen Rohdiamanten übers?ten Boden.
Ritsch, zu Luftfisch: "Bring mir morgen Nacht einen weiteren Diamantwürfel! Ich werde dich gut bezahlen."
W?hrend Luftfisch sich vom Boden l?st, eilt Ritsch schon gesch?ftig zu einem elektrischen Gabelstapler.
Mit dem Stapler holt Ritsch eine Palette, auf die ein meterhoher Holzrahmen aufgesetzt ist, sodass sie mit losem, nicht stapelbarem Material befüllt werden kann.
Ritsch stellt die Palette neben die Diamanten, ...
... greift sich eine Schaufel und bef?rdert die Diamanten damit in den Holzrahmen.
Wie alle Diamanten eingesammelt sind, verschliesst Ritsch den Rahmen mit einem Holzdeckel, ...
... schnappt sich in einem Unterstand einen Helm für Bauarbeiten und einen Overall ...
... und verl?sst mit dem Stapler und der kostbaren Fracht das Industriegel?nde.
Kaum in den Strassen der Stadt, begegnet er zwei Natural Guards, die ihn misstrauisch mustern, ...
... sich Ritsch in den Weg stellen und fragen, seit Iris' Fernsehsendung allerdings weniger forsch und ohne die Gewehre auf ihn zu richten: "Warum fahren Sie mitten in der Nacht mit einem Gabelstapler herum?"
Ritsch mimt den arglosen Arbeiter: "Da gabs einen Unfall mit Glaswaren. Die ganze Strasse war voller Splitter. Die musste ich wegr?umen, bevor morgen der Verkehr wieder losgeht."
Natural Guard, etwas verdutzt über so viel Logik zu sp?ter Stunde: "Aha, na dann weiterfahren!"
Mit suchendem Blick f?hrt Ritsch durch die Strassen, ...
... bis er mit befriedigtem L?cheln ein Juweliergesch?ft ersp?ht.
Aus einer ?ffentlichen Kommunikationszelle ruft Ritsch den Juwelier an: "Guten Abend. Bitte entschuldigen Sie die sp?te St?rung, aber wenn ich Ihnen zeige, worum es sich handelt, werden Sie verstehen, dass es keinen Aufschub duldet ... Nein, dies ist kein Scherz ... Haben Sie vielleicht eine Kamera, mit der Sie von zu Hause aus den Eingang Ihres Gesch?ftes überwachen k?nnen? ... Ich werde mich vor die Kamera stellen und Ihnen einen echten Diamanten zeigen. Sie k?nnen ihn gern prüfen. Lassen Sie sich von meiner Tarnkleidung nicht irritieren. Ich wollte um diese Zeit nicht als verm?gender Gesch?ftsmann durch die Strassen gehen ... Ja, ja, kommen Sie ruhig zu zweit, wenn Sie sich dadurch sicherer fühlen."
Ritsch hat sich vor dem Eingang des Juweliergesch?fts postiert und nimmt einen Faust grossen Diamanten aus dem Overall, den er mit seinem K?rper abdeckt, sodass er nur von vorn durch die Kamera gesehen werden kann.
Kurze Zeit sp?ter h?lt eine Elektrokabine vor dem Gesch?ft, der zwei M?nner in Gesch?ftskleidung entsteigen.
W?hrend der eine den Laden auf schliesst, bedroht der andere Ritsch mit einer Pistole und sagt: "Nur eine Vorsichtsmassnahme."
Drinnen prüft der Unbewaffnete den Diamanten mit einer Augenlupe und ruft erstaunt: "Mein Gott, der ist echt!"
Pistolenmann: "Woher haben Sie den?"
Ritsch, mit schwachem L?cheln: "Das bleibt wohl mein Geheimnis, aber wenn wir ins Gesch?ft kommen, kann ich Ihnen noch mehr liefern."
Lupenmann, streng: "Und das ist keine Hehlerware?"
Ritsch, ernsthaft: "Ich garantiere Ihnen, dass die Herkunft sauber ist. Sie werden den Polizeiberichten entnehmen k?nnen, dass in der ganzen Stadt kein Diebstahl stattgefunden hat."
Ritsch f?hrt wieder mit dem Gabelstapler und blickt sich mit zufriedenem Grinsen suchend um.
Ein bescheidenes Haus mit einer Zufahrt zu einer hinten gelegenen Garage findet sein Interesse.
Er klingelt an der Haustür.
Die Hausbesitzerin schaut vorsichtig durch den Türspalt, sieht den Bauhelm ...
... und fragt ?ngstlich: "Ist etwas passiert?"
Ritsch wedelt mit einem Bündel Noten vor ihrer Nase und sagt, gezwungen l?chelnd: "Ja, Sie werden gleich ziemlich viel Geld haben."
Ritsch f?hrt fort: "K?nnte ich Ihre Garage hinter dem Haus mieten?"
Die Frau, die sich nicht traut, die Tür weiter zu ?ffnen, ist verblüfft, ...
... sagt dann aber etwas wehmütig: "Ja, warum nicht? Ich darf ja sowieso kein Auto mehr haben."
Ritsch streckt ihr das Geld hin und sagt mit seinem gezwungenen L?cheln: "Dann dürfte ich bitte den Schlüssel haben ... und vielleicht noch etwas Normales zum Anziehen?"
Ritsch stellt die Palette in der leeren Garage ab und denkt: 'Ich muss den Stapler zurück bringen, sonst steht morgen die Polizei dort, wenn der n?chste Würfel kommt.'
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen tr?gt Ritsch einen passablen Gesch?ftsanzug und betritt eben mit einem K?fferchen ein Goldschmiedeatelier.
Szeneanfang:
Mitten in der Nacht zersplittert der n?chste Diamantwürfel auf dem Betonboden des Industriegel?ndes in Natural City.
Ritsch eilt aus seiner Deckung herbei ...
... und seine Augen lodern vor Gier, wie er die unscheinbaren Rohlinge zu seinen Füssen betrachtet.
Ritsch winkt Luftfisch zu sich herab.
Kaum berührt die Passagiergondel den Boden, legt Ritsch ein Bündel Banknoten in die Gondel mit den Worten: "Hier ist dein Geld. Ich weiss ja nicht, bei welcher Bank du dein Konto hast, haha."
Luftfisch steigt auf und mit der Gondel auf Augenh?he, sagt Ritsch: "Komm erst in dreissig Tagen wieder. Wir wollen den Markt nicht gleich übers?ttigen, hehe."
Luftfisch hat an H?he gewonnen und bewegt sich vorw?rts, sodass der Fahrtwind die Geldscheine aus den Fenstern der Gondel weht. Ritsch ist verblüfft ...
... und ruft in zurecht weisendem Ton: "He, du kannst doch mein kostbares Geld nicht einfach so zum Fenster raus werfen! Warum kaufst du dir nicht etwas Sch?nes?!"
W?hrend die Noten hinter ihm über dem Industriegel?nde, dem S?uregraben und der Wüste zu Boden flattern, gewinnt Luftfisch, dem die Scheine nichts bedeuten, an Tempo und H?he.
Konsterniert starrt Ritsch Luftfisch nach und versucht sein Weltbild zu retten, indem er vor sich hin murmelt: "Es muss ja einen Grund geben, warum sie ihn in die Anstalt gesteckt haben."
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen stehen Aladan und Estragon auf dem Baumpfad in Genville und beobachten, wie Luftfisch zurück kommt. Die Wolkenblume ist weg. Es regnet nicht mehr.
Auch Caesars Blick ruht auf Luftfisch, w?hrend er die letzten Stufen der Baumwendeltreppe zur Plattform erklimmt.
Aladan, vernehmlich, sodass auch Caesar es h?ren kann, zu Estragon: "Kannst du dir erkl?ren, warum Luftfisch diesem 'Herrn Ritsch, wenn ich bitten darf' so willf?hrig ist?"
Auch Estragon redet so, dass Caesar es h?ren muss, zu Aladan: "Das schr?ckliche Caesar hat ihm gewiss ein Dienbedürfnis eingebaut, sodass das Bedauernswerte gar nicht umhin kann, einem derart Herrschbedürftigen wie 'Herrn Ritsch, wenn ich bitten darf' zu willfahren."
Caesar tritt zu den beiden auf den Baumpfad und sagt mit schiefem L?cheln: "Macht euch nur lustig auf meine Kosten. Aber eures Vermutung ist falsch. Luftfisch hat ein Genville-Bedürfnisstruktur."
Aladan, spitz: "Dann erkl?re mir dieses merkwürdige Verhalten!"
Caesar: "Habt ihr Borneure nicht genug Fantasie, euch vorzustellen, dass Luftfisch dies aus Spass macht?"
Aladan, zweifelnd: "Spass am Würfelschleppen?"
Estragon: "Was ist ein Borneur?"
Caesar: "Ein Borneur ist ein borniertes Kerl, das nicht in dem Lage ist, das h?lzerne Rahmen seines Weltbildes zugunsten des Wahrheit zu verlassen."
Aladan ist dabei, zielstrebig den Baumpfad zu verlassen und sagt: "Also gut, dann werden wir jetzt dein Theorie überprüfen."
Caesar: "Welches Theorie?"
Aladan schreitet schon die Wendeltreppe hinab: "Dass Würfelschleppen Spass macht. Kommt jetzt!"
Estragon und Caesar machen ein Fragezeichengesicht.
Aladan, Estragon und Caesar stehen vor der Pyramide mit den Diamantwürfeln und schauen sie bewundernd an. Caesar: "Viel tr?gt dieses Methode des Kohlenstoffbindung ja nicht zum Rettung des Welt bei, aber es ist ein wundersch?nes Idee."
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Aladan fasst eine der unteren Würfelecken und befiehlt: "Also los, helft mir tragen!"
Mit Fragezeichengesichtern fassen Caesar und Estragon je eine andere untere Würfelecke an, ...
... sodass sie den Würfel auf Aladans: "Und Hopp!" auf ihre Schultern wuchten.
Wie sie den Würfel von der Pyramide wegtragen, haben Caesar und Estragon ihre Position zur Kantenmitte hin verschoben, damit mehr Gewicht auf Aladans Ecke f?llt und der Würfel nicht über die Diagonale zwischen Caesars und Estragons Ecken kippen kann.
Nachdem sie den Würfel hundert Meter weg getragen haben, ist ihnen die Anstrengung anzusehen. Aladan kommandiert: "Zurück!"
Schwitzend und ?chzend passen sie den Würfel wieder in die Pyramide.
Schwer atmend fragt Aladan mit feinem L?cheln: "Und hats Spass gemacht?"
Caesar und Estragon, auch ausser Atem, im Chor: "Geht so."
Caesar: "Und was haben wir jetzt bewiesen?"
Aladan, grinsend: "Gar nichts, denn Würfelschleppen ist für uns wohl bedeutend anstrengender als für Luftfisch."
Estragon: "Und wozu war das übung dann gut?"
Aladan, grinsend: "Ich wollte nur das Holzrahmen eures Weltbildes überschreiten."
Caesar muss kichern. Estragon grinst.
Wie auf Befehl lachen alle drei los.
Szeneanfang:
Zur gleichen Zeit steht Ritsch vor der Tür seines neu gemieteten Büros, welches sich in einer Etage eines Bürogeb?udes befindet. Ein kleinwüchsiger Handwerker ist dabei, ein Schild mit der Aufschrift "Ritsch Diamanten engros" auf Hüfth?he der Tür zur Montage auszumessen. Ritsch schnauzt ihn ungehalten an: "Auf Augenh?he, Sie Niete! Sollen meine Kunden etwa kriechen, um mein Büro zu finden?"
Der Handwerker verschiebt das Schild auf seine Augenh?he, was, da er klein ist, Ritschs Brusth?he entspricht. Ritsch, ?tzend: "Meine Kunden stammen nicht aus Zwergistan. Wollen Sie sich gef?lligst an MEINER Augenh?he orientieren!"
Wie der Handwerker das Schild auf Ritschs Augenh?he verschoben hat, sind seine Arme so gestreckt, dass er nur noch das Schild halten, aber nicht mehr arbeiten kann. Ritsch, ?tzend: "Die H?he stimmt. Jetzt sollten Sie nur noch eine Befestigungsl?sung w?hlen, die Ihnen erlaubt, sich wieder zu entfernen. Oder wollen Sie den Rest Ihres Lebens als Schildhalter verbringen?"
Handwerker, der sich nicht wehren darf, um seinen Job nicht zu verlieren: "Wenn Sie so freundlich w?ren, das Schild kurz fest zu halten, k?nnte ich es anschrauben."
Ritsch, entrüstet: "Nicht nur, dass ich Ihnen Ihre Arbeit erkl?ren muss, jetzt soll ich auch noch den Handlanger spielen."
Ritsch entfernt sich von dem Handwerker, der nun versucht mit dem Fuss seine Werkzeugkiste heran zu ziehen, um sich drauf stellen zu k?nnen. Ritsch murmelt Kopf schüttelnd: "Ich habe wohl zu lange geschlafen, um die heutige Arbeitsmoral noch verstehen zu k?nnen."
Verdutzt über den seltsamen Satz, schaut der Handwerker Ritsch nach.
Szeneanfang:
Gegen Abend irgendwo in Genville. Caesar sitzt auf einem gewachsenen Stuhl und starrt finster vor sich hin.
Chromos 5 n?hert sich, ...
... setzt sich auf einen anderen Stuhl ...
... und betrachtet schweigend Caesar.
Caesar schaut auf in den freundlichen, klaren, forschenden Blick von Chromos 5.
Caesar: "Ich habe euch im Stich gelassen ... und ihr nehmt mich wieder auf, als w?re nichts gewesen."
Chromos 5, l?chelnd: "Jedes beschreitet sein eigenes Pfad des Erkenntnis."
Caesar l?chelt, schmerzlich: "Ich habe erlebt, wie sehr dieses 'Pfad des Erkenntnis' bestimmt wird von dem Bedürfnisstruktur. Mein Herrschbedürfnis liess es mir vernünftig erscheinen, Genville zu verlassen, das Macht in dem Universit?t an mich zu reissen, Karrieren zu f?rdern oder zu zerst?ren. Um mein Leben zu schützen, war ich bereit, ganz Natural City auszurotten, indem ich ein t?dliches Virus in meinem Blut hortete. Das Deformation des Denkens durch das Bedürfnisstruktur ist be?ngstigend."
Chromos 5, nachdenklich: "Das vollkommene Bedürfnisstruktur wird es wohl nie geben. Jedoch ist das Prinzip erst mal begriffen, liegt auch das Wurzel des B?sen blank und beharrliches Mühen kann ihm das Lebenssaft entziehen."
Caesar, düster: "Ich kann mich noch so beharrlich mühen. Mein Sehnen nach dem Krone l?sst sich nur durch das Krone stillen."
Chromos 5, l?chelnd: "Wer nichts ?ndert, ?ndert nichts, würde Meneor mit seinem Gabe, alles auf das Punkt zu bringen, sagen."
Caesar macht ein Fragezeichengesicht.
Chromos 5: "Ambellmi kann dein Bedürfnisstruktur anpassen, bis dir ein Krone so begehrenswert erscheint wie ein Handvoll Staub."
Caesar erinnert sich an Ambellmi aus seinen Beobachtungen durch die Grossdois und sagt mit einem Hoffnungsschimmer: "Oh, ja."
Caesar: "Und wo ist ...?"
Chromos 5, lachend: "Unsere Kampforganismen haben sich dem Wissenschaft verschrieben und ein Marskolonie gegründet. Ambellmi hilft ihnen dabei."
Chromos 5 erhebt sich und sagt auffordernd zu Caesar: "Komm mit, ich bringe dich zu Wegdoppler."
Caesar ist etwas verwirrt.
Szeneanfang:
Minuten sp?ter steht Caesar auf dem Mars vor Ambellmi und sagt: "Hallo Ambellmi, ich bin Caesar."
Ambellmi: ""Ich sehe es.""
Caesar l?chelt leicht schmerzlich: "Ich bin es noch nicht gewohnt, dass jemand in meine Gedanken schaut."
Ambellmi: ""Ich schaue in die Gedanken, wie du bei einem chirurgischen Eingriff in das K?rper schaust.""
Caesar, nachdenklich: "Ja, das muss wohl so sein, denn ich brauche jetzt ein chirurgisches Eingriff in mein Bedürfnisstruktur."
Ambellmi: ""Du brauchst kein Angst zu empfinden, Caesar. Dein altes Pers?nlichkeit wird in dem Vergangenheit verschwinden wie ein Handvoll Staub im Wind. Und wenn etwas falsch l?uft, gibt es nichts, was ich nicht rückg?ngig machen k?nnte.""
Caesar l?chelt etwas unbehaglich: "Du und Chromos 5 habt es heute mit dem Staub, was?"
Ambellmi: ""Ich wollte ein Bild verwenden, dessen Wisperfelder noch schwach in dir aktiv sind.""
Caesar winkt ab: "Ja, ja, lass die Sp?sse und befreie mich von meinem Herrschbedürfnis!"
Ambellmi: ""Alles, was mit Herrschaft zu tun hat, wird dir in Zukunft bedeutungslos erscheinen.""
Szeneanfang:
Myrta spaziert bei Tag durch Genville ...
... und entdeckt den in ernste Gedanken versunkenen Martin, ...
... den sie mit einem ermunternden L?cheln anspricht: "Hallo, ich bin Myrta Behr, ehemals Ingenieur an dem Uni von Natural City. Was bist denn du für eines?"
Martin zwingt sich zu Freundlichkeit: "Martin Eck, ehemaliger Stadtpr?sident von Natural City."
Myrta, leicht erschrocken über ihre Dreistigkeit: "Oh Verzeihung ... Ich wollte nicht ... Aber Sie sehen so jung aus."
Martin winkt mit gequ?ltem L?cheln ab: "Schon gut, lassen wir die F?rmlichkeiten. Mein jugendliches Aussehen habe ich nur meinen Chromos 1-Genen zu verdanken. Haben Sie dich auch ...?"
Myrta nickt: "Ja, ich bin auch Chromos 1, sonst w?re ich gestorben. Wir k?nnen uns also ewiges Jugend erfreuen."
Martin schaut ernst vor sich hin. Myrta, besorgt: "Bist du nicht glücklich in Genville?"
Martin lacht unfroh: "'Glücklich in Genville', das klingt wie der Titel einer Seifenoper."
Myrta kichert.
Martin, wehmütig: "Nein, ich bin nicht glücklich. Meine Frau hat sich hier umgebracht, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Ich habe kein Recht auf Glück."
Myrta, betroffen: "Oh, das tut mir Leid."
Myrta, sachlich: "Allerdings hat mich das Umgang mit komplexen Systemen gelehrt, dass diese stets ein unvorhersehbares Eigendynamik entfalten."
Martin versteht nicht, worauf Myrta hinaus will: "Was meinst du damit?"
Myrta, wie oben: "Viele Prototypen unserer Roboter sind an l?cherlichen Fehlern gescheitert. Dein Frau ist ... war ein noch viel komplexeres System ..."
Martin denkt Stirn runzelnd: 'Eher ein System mit Komplexen ...'
Myrta, wie oben: "Es ist unm?glich, bei diesem Komplexit?t alles im Griff zu haben. Wenn wir Maschinen bauen, müssen wir das Verantwortung dafür übernehmen, was sie anrichten. Aber du hast dein Frau nicht 'gebaut'. Weshalb solltest du das Verantwortung übernehmen für alles, was es getan hat?"
Martin h?rt aufmerksam zu ...
... und meint dann etwas hilflos: "Aber dieses tief sitzende Gefühl, versagt zu haben ..."
Myrta betrachtet Martin mit einfühlsamem Blick ...
... und sagt sanft und nachdenklich: "Ja, das vernünftige Betrachtung eines Brandwunde lindert auch nicht das Schmerz, das es erzeugt."
Martin staunt, dass Myrta ihn versteht.
Myrta hebt ihren Blick und schaut Martin mitfühlend an. Myrtas Augen machen auf Martin einen tiefen Eindruck.
Myrta, etwas schüchtern: "Es hat mich sehr gefreut, dich kennen zu lernen."
Myrta entfernt sich und sagt über die Schulter mit einem L?cheln: "Wir sehen uns."
Martin schaut Myrta nach und denkt: 'Eine interessante Frau ...'
Szeneanfang:
Myrta spaziert weiter ...
... und begegnet in der N?he der Nutzwesen den Genvilles. Sie stehen bei den Nutzwesen herum und diskutieren oder tragen H?nde voll Samen auf ein etwa zwanzig Meter langes und zehn Meter breites pfannkuchenf?rmiges Gebilde. Lara ist Myrta am n?chsten und eben dabei, Pflanzensamen zu verteilen.
Wie Lara fertig ist, steht sie auf und strahlt Myrta an. Myrta staunt: "In Natural City wurde mir nie ein solch strahlendes L?cheln geschenkt. Womit habe ich das verdient?"
Lara küsst die err?tende Myrta auf die Wange und flüstert ihr zu: "Du gef?llst mir."
Topf rot stammelt Myrta: "?hm ... ich bin nicht ..."
Lara l?sst sich an Myrta entlang auf die Knie sinken, ...
... legt die Arme um Myrta und die Wange an ihren Bauch und sagt: "Hab kein Angst. Du musst nichts tun, was du nicht willst. Unser Liebe ist nicht an Leistung gebunden."
Rot, verwirrt, erschüttert denkt Myrta: 'Dieses Frau ist unglaublich! W?re ich ein Mann, würden mir die Hormone aus allen Poren spritzen.'
Myrta, immer noch err?tet, versucht abzulenken: "?hm, was macht ihr da?"
Lara erhebt sich federnd, ...
... ergreift Myrtas Hand und zeigt mit der anderen auf das Pfannkuchengebilde: "Das hier ist Pflanzberg. Wir füllen es mit Prototypen von Pflanzensamen, die es kopieren kann."
Myrta hat sich beruhigt und fragt interessiert, mit leichtem Spott: "Und wozu soll so ein Berg, das aussieht wie ein Pfannkuchen, gut sein?"
Lara kichert: "Es wird schon noch etwas wachsen. Dann wird es hinaus ziehen und das Wüste begrünen."
Myrta, zweifelnd: "Aber wie kann es sich bewegen? Es hat ja gar keine Beine."
Lara erl?utert: "Wir haben ihm spezialisierte Wandlerzellen eingebaut, mit denen es das Schwerkraft neutralisieren kann. Wir wollen nicht zu viele Wesen mit allgemeinen Wandlerzellen ausstatten. Das ist einfach zu riskant."
Myrta, fasziniert von den M?glichkeiten: "Aber mit diesem Manipulation des Gravitation k?nntet ihr doch auch ein Raumstation bauen!"
Lara, als ob dies die selbstverst?ndlichste Sache der Welt w?re: "Ja, ja, das geht gut. Mit Ambellmi waren wir auch schon im All, als wir das Gottheit besucht haben."
Myrta glaubt, sich verh?rt zu haben: "?hm, wie bitte ... welches Gottheit?"
Lara, wie oben: "Martins Frau Tanja dachte, ihr Gottheit h?tte es nicht mehr gern, weil wir es, um es vom Krebs zu heilen, zu einem Chromos 1 gemacht haben. Deshalb wollten wir mit dem Gottheit sprechen. Wir hofften, es würde Tanja sagen, dass alles in Ordnung ist. Aber da war kein Gottheit, sondern ..."
Myrta, gespannt: "Sondern?"
Lara, wie oben, etwas nachdenklich: "Da war kein Wesen, nur ein hysterisches Lachen. Das Nichts lachte und erzeugte damit das Schnelle Energie, das überall vorhanden ist und das Universum wohl wachsen l?sst."
Myrta, erleichtert: "Da bin ich aber froh. Ich befürchtete, da w?re wirklich jemand."
Myrta, mit grossem interessiertem Blick: "Und wie hat Tanja darauf reagiert?"
Lara, traurig: "Sein Weltbild brach zusammen. Es verlor jedes Halt. Wir wollten ihm unser Liebe schenken ... Aber für es waren wir nur Angst einfl?ssende Monster. Aus ihrem Sicht war es selbst ein Monster, umgeben von Monstern. Es gab für es nur ein Ausweg ..."
Myrta, betroffen: "Es brachte sich um."
Lara, mit Tr?nenflor: "Wir haben versagt. Du darfst unser Zuneigung nicht zurück weisen. Ich will nicht, dass du stirbst."
Myrta ist gerührt von diesem kindlichen Gemüt ...
... und umarmt Lara spontan mit den Worten: "Aber nein, so war das doch nicht gemeint."
L?chelnd betrachtet Myrta Laras Gesicht, das wieder strahlt.
Lara zieht Myrta an der Hand in Richtung der Nutzwesen und ruft fr?hlich: "Hilfst du mir, Myrta?"
Myrta lacht: "Ja, gern."
Szeneanfang:
Am Rand von Genville hüpft ein Bildschirmwesen auf und ab, um die Aufmerksamkeit von Luftfisch zu gewinnen.
Gem?chlich sinkt der m?chtige Luftfisch zu dem kleinen Bildschirmwesen hinab. Das Bildschirmwesen ruft: "Du sollst Iris, Ewald, Held, Meneor und Piri in Natural City abholen ..."
Bildschirmwesen zu dem nun nahen Luftfisch, etwas leiser: "Iris hat dich in den Natural News angekündigt. Sie werden also nicht auf dich schiessen."
Szeneanfang:
Am n?chsten Tag h?lt Iris auf der Bühne des Theaters in Genville einen Vortrag. Ausser Held und Yon sind alle anwesend: die vier Schwestern, Caesar, Myrta, Meneor, Aladan, Estragon, Antara, Chromos 5, Flu, Endo, Lapsus, Ili, Martin, Meer, Ewald. Iris: "... Es haben sich Parteien gebildet und Wahlen finden statt. Die Diktatur ist beendet, die Demokratie wieder installiert. Es ..."
Martin unterbricht Stirn runzelnd: "Und Genville garantiert dafür, dass es so bleibt?"
Iris, die mehr Begeisterung erwartet hat, ist etwas verunsichert durch Martins kritischen Gesichtsausdruck: "?hm ... ja ..."
Iris reisst sich zusammen und sagt überzeugt mit einem L?cheln: "Die Natürlichen brauchen diese Garantie, sonst haben sie morgen die n?chste Diktatur am Hals."
Martin, wie oben: "Mit anderen Worten, wenn ich die Macht an mich reissen will, muss ich zuerst Genville ausschalten."
Beklommene Stille.
Meer, nachdenklich: "Wir müssen also damit rechnen, dass sich eine Gruppierung bildet, die versuchen wird, uns zu vernichten."
Wagon, nüchtern: "Dann hat sich für uns nichts ge?ndert, denn dieses Gruppierung hatten wir das ganze Zeit mit dem Natural Guard."
Ili, eifrig: "Ich bin als Spion gebaut worden. Ich k?nnte ab und zu nach sehen, ob ich ein solches Gruppe finde."
Aladan spottet: "Willst du wieder im Hochzeitskleid rumlaufen, damit niemand deine Z?hne sieht? Dass du klein und niedlich bist, macht dich noch lange nicht unsichtbar."
Zur Verblüffung aller (ausser Lapsus, der Ili gebaut hat) verschwindet Ili pl?tzlich, als w?re sie durchsichtig geworden.
Hisch ruft misstrauisch: "Das war Antara!"
Ili erscheint wieder und sagt l?chelnd: "Nein, ich kann mich dem Hintergrund anpassen oder das Licht um mich herum lenken. Dann bin ich wirklich unsichtbar."
Hisch, aufgeregt: "Uff, Ili kann alle unsere Geheimnisse ausspionieren, weil wir nie wissen, wann es neben uns steht."
Chromos 5 l?chelt ruhig: "Haben wir denn Geheimnisse?"
Hisch, überrascht, dass dies wohl nicht der Fall ist: "?hm ... ?hm ... Nein."
Aladan, in Minnes?ngerpose: "Ich werde jetzt ?fter schmelzend dem Horizont gestehen: Ili, ich liebe dich. Darauf hin wird Ili ein glückliches Seufzen entfahren und es ist enttarnt."
Allgemeine Heiterkeit.
Antara: "Es ist ein grausames L?sung, das Iris für Natural City gefunden hat. Aber letztlich wird es doch zu mehr Freude und weniger Schmerz führen. Wir sollten dies anerkennen."
Antara beginnt zu klatschen ...
... und das Publikum f?llt mit Klatschen und "Bravo"-Rufen ein.
Nach dem Vortrag n?hert sich Ewald der zufrieden l?chelnden Iris und sagt anerkennend: "Egal ob bei Genmonstern oder Natürlichen, du schaffst es überall, als Reporterin Anerkennung zu finden."
Iris, l?chelnd: "Ach, Ewald, meine St?rke ist doch auf deinem Mist gewachsen."
Ewald verdutzt: "Wie denn dieses?"
Iris, ernst: "Wenn ich wegen eines Fehlers beim Sender unten durch war, wenn ich als fieses Luder Leute in den Dreck gezogen habe, wenn ich sensationslüstern unser Leben aufs Spiel gesetzt habe ... Du bist mir nie von der Seite gewichen. Seit wir uns begegnet sind, habe ich mich nie mehr einsam und schwach gefühlt. Das war die beste Voraussetzung, um alles durch zu stehen und mein Talent hemmungslos auszusch?pfen."
Ewald staunt: "Warum so grosszügig, Iris?"
Iris l?chelt: "Es ist diese Luft von Genville, die mich milde stimmt."
Iris, beim Weggehen, grinsend: "Aber sei unbesorgt, Ewald. Ein Mann, der sich so verh?lt wie du, ist und bleibt ein Trottel."
Ewald schaut Iris l?chelnd nach.
Szeneanfang:
Zur gleichen Zeit steht Yon allein irgendwo in Genville und starrt bedrückt vor sich hin.
Held n?hert sich von hinten ...
... und sagt leise: "Yon?"
Yon schreckt auf ...
... und die Stinkwut, die er für Held empfindet, ver?ndert seine Gesichtszüge, ...
... l?sst seinen K?rper zittern.
Yon zieht mit jeder Hand ein Messer, ...
... wirbelt herum und wirft die Messer nach Held, der überrascht stehen bleibt.
Yon steuert die Messer mit seinen Gedanken so, dass sie auf Helds H?nde zu rasen, ...
... sich dem verblüfften Held durch die Handfl?chen bohren ...
... und ihn an eine Hauswand nageln, sodass Held mit Schmerz verzerrtem Gesicht wie gekreuzigt dasteht.
Wie Held sich von seiner überraschung erholt hat, sagt er unter Schmerzen: "Warum ...?"
Yon unterbricht ihn voller Wut: "Sag mir einen guten Grund, warum ich nicht den Rest meiner Messer in deine Brust bohren soll!"
Held, wie oben: "Ich bin zurück gekommen."
Yon, wie oben: "Na und?"
Held, wie oben, etwas verloren, weil alle seine Pl?ne gescheitert sind: "Ich ... Ich werde meine Erinnerung an die Chromos 2 Krieger l?schen lassen, ... damit mein Hass auf Genmonster verschwindet. Und ich lasse mein Herrschbedürfnis l?schen ..."
Yon ist verunsichert, bleibt aber misstrauisch.
Held, wie oben: "Ich will den alten Held auch tot sehen."
Misstrauen, Wut und Verwirrung k?mpfen in Yon, wie er ohne rechte überzeugung ausst?sst: "Lügner!"
Held, mit von Schmerz gezeichnetem L?cheln: "Glaubst du im Ernst, ich sei zurück gekommen, um dich zu verarschen?"
Yon ist es zuwider, trotzdem fragt er: "Warum ...?"
Held, unter Schmerzen: "Wenn alle Pl?ne scheitern ... spürst du, was das Wichtigste ist."
Yon, wie oben: "Und was ist das Wichtigste?"
Held, wie oben: "Du, Yon."
Yon ist bestürzt ...
... und rennt davon.
Szeneanfang:
Es ist Nacht. Ili geniesst den Fahrtwind in der Gondel von Luftfisch, der sie durch den Himmel nach Natural City tr?gt.
Wie Natural City auftaucht, denkt Ili: 'Regel für kleine Spione: Nicht gross daher kommen.'
Ziemlich weit von den Wachtürmen mit den Mikrowellenkanonen entfernt, l?sst sie sich in der Wüste absetzen, ...
... rennt wieselflink los ...
... und macht sich ein sch?nes Stück vor den Türmen unsichtbar.
In dem schwachen Licht des Himmels und der Stadt lassen Ilis Augen den Wüstenboden hell wie bei Tag erscheinen. Ili denkt: 'Regel für kleine Spionie: Auf hartem Grund gibts keine Fussspuren.'
Sandige Stellen meidend, hüpft Ili beh?nde von Stein zu Stein oder auf verkarstete Fl?chen, ...
... bis sie an der schwarzen Quarzmauer anlangt, wo sie die Augen schliesst und denkt: 'Regel für kleine Spione: Nutze das helfende Tentakel!'
Unter Ilis Füssen bildet das Pilzwesen eine kleine Stehfl?che, ...
... hebt sie auf einem Tentakel einen Meter hoch und wirft sie mit Schwung zur Mauerkrone hinauf, ...
... wo Ili ger?uschlos federnd landet.
Ili huscht eine Treppe hinab ...
... und durch die B?ume, wobei sie denkt: 'Martin hat gesagt, ich solle auf Leute achten, die gleich angezogen sind, weil sie zu einem Gruppe geh?ren.'
Ili sieht die beiden Guards, die den Zugang zur Brücke über den S?uregraben bewachen und denkt: 'Guards sind gleich angezogen ... Aber vielleicht gibt es noch andere.'
Beim N?herkommen f?llt Ili mit einem gedachten "Oh!" auf, wie hübsch der eine Guard ist.
Ili schleicht zum Brückengel?nder neben dem hübschen Guard ...
... und klopft mit den Fingerkn?cheln leicht dagegen, sodass ein leises "Toc Toc" zu h?ren ist, welches die Aufmerksamkeit der beiden Guards erregt.
Neugierig n?hern sich die Guards dem Gel?nder, der hübsche vorn, der andere mit etwas Abstand hinter ihm.
Die unsichtbare Ili taucht lautlos wie ein Gespenst zwischen den beiden auf ...
... und küsst den hübschen Guard in den Nacken.
W?hrend Ili sich zurück zieht, dreht der Hübsche sich um und bellt seinen verblüfften Kameraden an: "Spinnst du?!"
"Hihihi" kichernd, bewegt sich Ili über die Brücke in Richtung Stadt. Der Streit der Guards ist aus dem Off zu h?ren:
"Was hast du?"
"Du hast mich in den Nacken geküsst!"
"Spinnst du?!"
"Tu nicht so scheinheilig, du Schwuchtel!"
Neugierig, was der L?rm soll, stehen die beiden Guards auf der Stadtseite der Brücke nebeneinander und schauen zu ihren Kameraden.
Ili schleicht sich hinter die beiden Guards und berührt leicht mit dem Zeigefinger die rechte Arschbacke des linken Guards.
Noch im Banne des Streits greift der linke Guard geistesabwesend mit der rechten Hand an seinen Hintern, um sich zu kratzen. Gleichzeitig kneift Ili mit der ganzen Hand in die linke Arschbacke des rechten Guards.
überrascht dreht sich der rechte zum linken Guard, ...
... sieht dessen Kratzarm nach hinten abgebogen und zischt wütend: "Spinnst du?!"
Kichernd eilt Ili weiter w?hrend sie den Streit aus dem Off h?rt:
"Was kneifst du mich in den Arsch, du Schwuchtel?!"
"Spinnst du?!"
Ili betritt Natural City und denkt sinnierend: 'Warum die sich so aufregen über ein Küsschen und ein Kneifchen?'
Ili weiss nicht, wohin sie jetzt gehen soll, sieht sich suchend um und denkt: 'Regel für keine Spionie: Nach dem Spass kommt das Ernst.'
Ili bewegt sich durch die ruhig, schlafende Stadt und sinniert: 'Alle Leute, die hier leben, wissen mehr als ich ... Aber wie komme ich an ihre Ideen?'
Ili kommt an einem Kiosk vorbei. Ein Strassensteller verkündet die Schlagzeilen des Tages: "Alles über die Wahlen", "Kind in S?uregraben gefallen!".
Ili bleibt nachdenklich vor den Schlagzeilen stehen, ...
... bis sich ihr Gesicht aufhellt, weil sie eine Idee hat.
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen in Natural City. Die Leute stehen um den Strassensteller herum und diskutieren aufgeregt.
In von Hand geschriebenen Druckbuchstaben steht gross auf dem Schild des Stassenstellers: "Geheime Gruppe gegen Genville".
Meinungen der Leute aus dem Off: "Aber warum gegen Genville? Denen haben wir doch zu verdanken, dass dieser Hart endlich weg ist.", "Unter Hart war doch alles viel einfacher. Jetzt haben wir wieder diesen Wahlmist am Hals.", "Ich w?hle gern.", "Diese Genmonster sollten alle ausgerottet werden. Was mischen die sich in unsere Angelegenheiten?", "Ich hasse Genmonster!".
Die unsichtbare Ili steht in einem toten Winkel, wo niemand zuf?llig vorbei kommt und staunt über die v?llige Fruchtlosigkeit ihrer Aktion. Ili denkt: 'Mein Satz bringt nichts. Die Leute reden nur von sich ...'
Da sich beim Kiosk eine kleine Traube von Leuten gebildet hat, die ihr den Rücken zuwenden, wagt Ili zu sagen: "Aber wer mag dieses geheime Gruppe sein?"
Person A: "Ein paar Guards, die sich nicht einschüchtern lassen."
Person B: "Ja, die Guards sind auch die einzigen, die Waffen haben."
Ili entfernt sich von dem Kiosk und denkt Stirn runzelnd: 'Es gibt so viele Guards. Und sie k?nnen sich überall verstecken.'
Vier schwarz gekleidete Priester biegen auf Ilis Weg ein. Ili denkt überrascht: 'Sie tragen gleiche Kleider!'
Ili folgt den Priestern, die zielstrebig zu einer grossen katholischen Kirche gehen.
Ili folgt ihnen in die leere Kirche, ...
... wo die Priester sich auf vier weit auseinander stehende Beichtkabinen verteilen. Ili denkt befremdet: 'Ob sie jetzt ihr Plan besprechen?'
Die Türen der Kirche ?ffnen sich und Leute str?men herein, ...
... die sich zu Warteschlangen auf die vier Beichtkabinen verteilen.
Ili beobachtet, wie die Leute nacheinander die Beichtkabine betreten und sie Minuten sp?ter wieder verlassen. Ili denkt: 'Wollen diese Leute alle mitmachen bei dem Vernichtung von Genville?'
Ili denkt: 'Ich werde auch mitmachen, dann erfahre ich das Plan.'
Wie die letzte Person einer Schlange aus dem Beichtstuhl tritt, huscht Ili hinein und l?sst die Tür von der Person schliessen.
Im dunklen Beichtstuhl sagt Ili: "Ich will auch mitmachen."
Priester: "Gott freut sich über jede Menschenseele, die sich seinem grossen Plan anschliesst."
Ili: "Und welches Plan ist das?"
Priester: "Gott will Weisheit und Frieden in die Herzen der Menschen bringen."
Ili: "Aber mit Weisheit und Frieden l?sst sich Genville nicht vernichten."
Priester: "Aber Gott will nicht vernichten. Er liebt alle, die ihn erkennen."
Ili: "Wenn du Genville nicht vernichten willst, wer dann?"
Priester: "Willst du diese Frage nicht Gott stellen, mein Kind?"
Ili: "Gott lacht nur. Das hilft mir nicht."
Priester: "Nun, dann würde ich sagen, dass jemand, der solch ehrgeizige Pl?ne verfolgt, jetzt schon eine Stellung bekleidet, die seinem Ehrgeiz entspricht."
Ili: "Wie kann jemand einem Stellung ein Kleid anziehen?"
Priester unterdrückt ein Lachen: "(Prust) Ich meinte, er w?re irgendwo ein Anführer."
Ili: "Und wo hat es Anführer?"
Priester: "Am meisten Führungspersonen findest du wohl im Hauptquartier der Natural Guard."
Ili: "Und wie erkenne ich die, die Genville vernichten wollen?"
Priester: "Wenn jemand einen derart riskanten Plan verfolgt, wird er sich durch Nervosit?t verraten."
Der Priester h?rt die Tür zum Beichtstuhl zufallen und will sehen, wer ihm diese merkwürdigen Fragen gestellt hat.
Wie er verstohlen aus dem Beichtstuhl sp?ht, sieht er zu seiner Verblüffung niemanden weg gehen.
Der Priester denkt Stirn runzelnd: 'Hat mir der Herr einen Engel geschickt, um mich zu prüfen ... Und habe ich die Prüfung bestanden?'
Ili spaziert durch die Stadt und denkt: 'Das war gut mit dem Kasten. Regel für unsichtbare kleine Spione: Rede aus einem Versteck!'
Ili bemerkt zwei Guards, die auf der anderen Strassenseite heran schlendern. Der jüngere bleibt stehen, um einer attraktiven Frau nach zu sehen. Der ?ltere geht weiter, ohne dies zu bemerken.
Ili huscht über die Strasse und kniet hinter ein parkendes Elektrofahrzeug.
Wie der ?ltere Guard auf der anderen Seite des Fahrzeugs vorbei geht, sagt Ili: "Wo ist das Hauptquartier des Natural Guard?"
Der ?ltere schaut sich suchend um und antwortet spontan: "Das ist vorl?ufig noch in der Universit?t."
Der ?ltere Guard ist etwas verwirrt, weil er niemanden sehen kann, und fragt: "Kann ich sonst noch etwas ...?"
Der jüngere Guard taucht neben dem ?lteren auf und spottet: "Führst du Selbstgespr?che?"
Der ?ltere Guard mit Stirnrunzeln: "Quatsch, da war jemand."
Der junge spottet: "Uhuuu, jetzt sieht der schon Leute, die es nicht gibt. Du wirst senil, Alter. Lass dich untersuchen!"
?lterer Guard, mürrisch: "Bl?dmann."
Der junge Guard lacht bloss.
Ili ist schon weiter und sieht einen ?lteren Mann auf einer Bank Zeitung lesen.
Wie sich Ili dem Mann n?hert, denkt sie: 'Regel für kleine Spione: Gut abgelenkt ist halb versteckt.'
Ili stellt sich hinter den Mann und fragt leise: "Wo finde ich das Universit?t?"
In seiner Lektüre gefangen, zeigt der Mann die Strasse entlang und sagt: "Da lang."
Wie er sich nach Ili umdrehen will, ...
... schubst ihn Ili mit beiden H?nden, sodass er fast von der Bank f?llt. Ili: "Ups, bin gestolpert."
Ili huscht davon. Der Mann ist damit besch?ftigt, sich wieder richtig hin zu setzen.
Stirn runzelnd sucht er nach Ili und denkt missmutig: 'Kein Dank. Keine Entschuldigung. Diese Studentinnen von heute. Frech, frech, frech!'
Ili will in die angezeigte Richtung rennen, sieht aber den Gehsteig verstopft mit Leuten.
Kurzerhand rennt Ili zur Fahrbahnmitte, wo keine Elektrofahrzeuge verkehren, ...
... und spurtet los, ...
... wobei sie mühelos die Elektrofahrzeuge überholt.
Nach einigen hundert Metern mündet die Strasse in eine Kreuzung, wo eben der Querverkehr freie Fahrt hat.
W?hrend die Elektrofahrzeuge an ihrer Seite abbremsen, rennt Ili einfach weiter, ...
... nimmt einen grossen Satz, der sie bis über die Fahrbahnmitte der Querstrasse tr?gt, ...
... wo sie mit einem Bein auf einem Fahrzeug landet, dessen Insassen auf das Aufsetzger?usch des Fusses mit erschrockenen Blicken reagieren, ...
... um sich mit einem zweiten Satz auf die Fortsetzung ihrer Strasse zu bringen.
Wie Ili die Uni erreicht, sind die Reparaturarbeiten an dem von den K?mpfen verwüsteten Eingangsbereich in vollem Gange. Wachguards stehen herum, was darauf hindeutet, dass es sich tats?chlich um ihr Hauptquartier handelt.
Ili z?gert nicht und erklimmt die Treppe aufs Baugerüst.
Wie ihr ein Bauarbeiter entgegen kommt, schwingt sie sich von der Treppe ...
... und l?sst sich aussen am Gel?nder herab h?ngen, sodass der Mann vorbei gehen kann, ohne mit ihr zusammen zu stossen. Zuf?llig will er sich dort fest halten, wo Ilis Hand auf dem Gel?nder liegt.
Im letzten Moment kann Ili ihre Hand verschieben, sodass die Hand des Arbeiters Zentimeter dicht neben der ihren zu liegen kommt.
Mit der Leichtigkeit eines Affen schwingt sich Ili zurück auf die Treppe, wo sie lautlos landet.
Durch eine ?ffnung in der Fassade wechselt Ili vom Baugerüst ins Unigeb?ude, ...
... jagt wie ein Windhund durch einen langen Gang ...
... und springt aus einem offenen Fenster hinab ...
... in den Campus, wo zahlreiche Studierende, sitzend, liegend oder spazierend, sich entspannen, lesen, diskutieren oder scherzen. Ili denkt Stirn runzelnd: 'So viele Leute und keine Guards?'
Ili spaziert über den Campus und denkt erstaunt: 'Hier ist es friedlich ...'
Ili denkt l?chelnd: 'Fast wie in Genville.'
Ili denkt überrascht: 'Aber da schl?gt ein Herz ganz stark!'
Ili schaut sich suchend um und sieht einen Studenten mit eiligem Schritt den Campus durchmessen, den Blick ernst in ein Manuskript vertieft.
Ili folgt dem Studenten und denkt: 'Uh, so wie das vibriert, muss es ziemlich nerv?s sein!'
Ili folgt dem Studenten, bis er in einem Anbau mit dem Schild "Aula" verschwindet.
Bevor sich die grosse Eingangstür schliesst, kann Ili noch hindurch huschen.
Der Gang ist breit genug, um Platz für etliche Garderobest?nder zu bieten.
Der Student geht durch eine kleinere Türe in die Aula und schliesst die Tür hinter sich, sodass Ili ihm nicht folgen kann.
Ili legt ihre H?nde und ihr Ohr an die Tür, konzentriert sich und h?rt eine Stimme sagen: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Genville vernichtet werden muss."
Stimme des Regisseurs: "Neinneinnein, das ist doch kein Kochrezept! Du sagst es zwar beherrscht und mit staatsm?nnischem Ernst, trotzdem muss das Publikum spüren, dass es deine glühende überzeugung ist, die in dir brodelt wie die Lava im ?usserlich kühlen Vulkan."
Ili denkt mit grossen Augen: 'Die wollen Genville mit glühendem überzeugung vernichten!'
Ili betrachtet Stirn runzelnd die Tür und denkt: 'Hm, wie komme ich da rein, ohne dass die sich wundern?'
Mit feinem L?cheln, klopft Ili an die Tür und denkt: 'Regel für kleine Spione: Lass dir das Tür ?ffnen!'
Eine Studentin in Guarduniform ?ffnet die Tür und schaut sich forschend um, w?hrend Ili hinter ihr in die Aula huscht.
Die Studentin schliesst die Tür und sagt Schulter zuckend: "Da war niemand."
Regisseur, mit theatralischer Beelendung: "Hach, wie lange muss ich wohl diese pubert?ren Mutproben der Erstsemester noch ertragen?!"
Auf der Bühne stehen eine Handvoll Studenten und Studentinnen in Guarduniformen und kichern. Der Regisseur ruft zur Ordnung: "Also noch mal, bitte!"
Ein Student stellt sich auf in Redepose, w?hrend die anderen sich auf der Bühne zum Publikum formen.
Redner, beherrscht, mit glühendem Blick: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Genville vernichtet werden muss."
Eine Studentin aus dem "Publikum" ruft sp?ttisch: "Sollte es nicht 'zerst?rt' heissen, mein Verehrter?"
Redner, leidenschaftlich: "Blosse Zerst?rung genügt nicht! Keine Ruine soll an diesen Schoss der Finsternis erinnern! Nur die totale Vernichtung bewahrt uns vor einer Wiedergeburt der Genville-Monster!"
Ein Student aus dem "Publikum" wendet ernsthaft ein: "Solange die Genvilles nur unsere Diktatoren k?pfen, habe ich keine Angst vor ihnen."
Redner, gibt sich erschüttert: "Was für eine Verblendung! Erst vor kurzem haben sie unsere Stadt mit Viren angegriffen. Ohne Kommandant Hart w?ren wir jetzt alle tot."
Ili hat sich auf die Bühne hinters "Publikum" geschlichen, macht sich sichtbar und ruft: "Das ist nicht wahr! Chief Held hat das Virus über dem Stadt verteilt, um Hart zu verjagen. Und das Genville Lapsus hat Leute geheilt, die euch vor dem Verdursten gerettet haben."
Die Studierenden schauen überrascht auf Ili.
Der Regisseur rauft sich die Haare und schimpft: "Herrgottnochmal, das steht doch gar nicht im Manuskript! Und wo ist deine Uniform? Und diese l?cherlichen Z?hne! Du bist doch kein Vampir!"
Ili, naiv: "Was ist ein Vampir?"
Der Regisseur bricht zusammen. Die andern kichern. Eine Studentin gibt l?chelnd Auskunft: "Das sind Wesen, die ihre langen Eckz?hne in den Hals von Menschen bohren, um ihr Blut zu trinken."
Ili, kindlich: "Ich trinke kein Blut. Das sind Giftz?hne. Ich bin so etwas wie ein Schlange."
Die Studierenden halten es für einen Scherz und lachen und kichern. Der Regisseur leidet unter dem Chaos. Ili denkt: 'Regel für kleine Spione: Sag das Wahrheit, wenn niemand dir glaubt!'
Der Regisseur reisst sich zusammen und versucht es mit einem L?cheln: "Also gut, du kleine Schlange. Wie heisst du?"
Ili: "Ili."
Der Regisseur klopft auf einen Stuhl neben sich und bemüht sich um Freundlichkeit: "Setz dich bitte hier neben mich, Ili, und lass uns weiter proben."
W?hrend Ili zum Stuhl geht, fragt sie den Regisseur: "Warum probt ihr das Vernichtung von Genville? Sie haben euch doch nichts getan."
Wie Ili brav neben dem Regisseur sitzt, erkl?rt ihr dieser geduldig wie einem kleinen Kind: "Dies ist bloss ein Theaterstück, Ili. Wir versuchen damit die Geschehnisse der jüngsten Zeit aufzuarbeiten, die für viele Studenten sehr verst?rend waren."
Ili, interessiert: "Was ist ein Theaterstück?"
Gekicher. Regisseur, wie oben: "Das ist ein Spiel, bei dem Leute auf der Bühne so tun, als ob, um im Publikum gewisse Gefühle und Gedanken zu erzeugen."
Regisseur, zur Truppe, streng: "Lacht nicht! Ili stellt sich wenigstens noch grunds?tzliche Fragen. Und das ist einer der Wege, auf dem kreative Geister Neuland betreten."
Ili denkt: 'Hm, wenn sie nur spielen, brauche ich sie nicht zu t?ten.'
Szeneanfang:
In Genville ist der Pflanzberg zu einem ansehnlichen Steinhügel gewachsen, der sich mit Felsen zugleich tarnt und panzert. Ausser Yon und Held sind alle versammelt, um den Aufbruch des Pflanzberges mitzuerleben.
Myrta klopft mit dem Kn?chel an die felsige Aussenhaut und sagt: "Ich kann mich nur schwer an das Gedanke gew?hnen, dass Genville keine Maschinen braucht ... dass hier alles lebt ..."
Doi: "Ich lebe auch."
Chromos 5: "Hast du Gefühle?"
Doi: "Was ist das 'Gefühle'? Ist das wie L?cheln?"
Chromos 5: "Leben fühlt, Maschinen funktionieren. Wenn du keine Gefühle hast, lebst du nicht, sondern funktionierst."
Doi springt dem überraschten Chromos 5 wie ein ?ffchen in die Arme ...
... und betrachtet prüfend dessen Gesicht mit dem Worten: "Funktioniert dein L?cheln?"
Chromos 5 muss lachen. Doi: "Du bist auch ein Maschine. Dein L?cheln funktioniert."
Doi bleibt auf Chromos 5 Armen. Chromos 5 und die Umstehenden lachen.

